F.Poesie


ICD-10. Ich schlug die Seite 164 auf, las mir das F-Kapitel über die bipolaren Störungen durch. Ich schloss das Buch und schrieb los. Und zwar die eigene Version, indem ich zu dichten begann. Und wurde einsamer als der letzte Schnee, als schon jeder den Frühling erwartete..
"Die einzig eine, die ich kannte,
treu und teuer
F.31 und ich brannte,
im inneren Feuer
Verzichten oder behalten?
Der Fahrstuhleffekt
paradoxe Haltung des Antriebs
Als sie meine Seele abrieb
Der Abschied;
Wie der Rückzug in einen Krieg
Wie ein Kampf ohne Taktik
Der Konflikt;
Zwischen Hektik und Ruhe
Sie wollte es mir zeigen,
wem ich vertraue,
was ich tue .. ." .
Ich legte den Bleistift auf den Tisch, konnte mich selbst in ihm sehen. 

ich schuf und schuf und erhob den Ruf der Selbstkur in einer Schrift. Am Ende des Tages..
Ah! Am Ende des Tages erschien wieder die Nacht. Und sie war meiner Auffassung von Ästhetik weitaus überlegen. Und es war doch fabelhaft mit ihr all-ein zu sein. Denn die Nacht war die Quelle aller Kreativität, während der Tag deren Existenz in einer umgänglichen Form zu verkörpern suchte. Doch wir sind nie vereinsamt gewesen, es sei denn durch unseren freien Willen. Und in der Einsamkeit entdeckte ich mich selbst. Ich entdeckte vorallem die lustvolle Sucht nach dem 'Verbreiten'. Eine ewige Energie. Verbreiten von Wörtern, Bildern, Ideen, Genen, von "Selbst". Die Selbsterhaltung. In jeglichen Formen, in sämtlichen Gestalten.

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Ich werde eines Tages ein Haus bauen. Mitten in einer verlorenen Stadt. Ich werde es aber nie betreten. Ich weiß nicht warum aber ich habe mal davon gehört, dass die Künstler den Tod durch ihre Kunst zu begreifen suchen. Das Verbleiben in der Zeit. Die Kunst als Stellvertreter jener Verstorbenen, die erschufen, um nicht vergessen zu werden. Vielleicht wird sich ein Künstler in diesem Haus einnisten. Und die Wände mit blauer Farbe vollmalen. Wer weiß?
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Sina Tava
Hamburg 2017
Überarbeitet: Berlin 2020 

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